Flatline...

Irgendwie verläuft alles mit der Zeit im Sand. Wenn man nur lange genug wartet, ist alles nicht mehr so dramatisch wie es scheint.
Wie eine kleine unscheinbare Narbe- umgeben von arbeitendem, gesundem Gewebe, das kopfschüttelnd und augenverdrehend (sofern es einen Kopf und Augen besäße) seine Aufgaben erfüllt und über die Nutzlosigkeit der Narbe lästert.
Meine Metaphern werden allmählich zu medizinisch. In ausbildungstechnischer Hinsicht hat das Jahr 2008 also seine Aufgaben erfüllt. Und sonst?
Ich habe die diesjährige Review ausfallen lassen.
Ganz bewusst.
Denn wenn ich erst damit anfange die letzten 12 Monate Revue passieren zu lassen, lande ich lediglich in einem Haufen voller Warums? und Wanns?.
Dinge ich die tun und nicht tun, sagen, ansprechen oder ungesagt lassen hätte sollen. Gemeinsam ist ihnen der Umstand, dass ich sie nicht mehr ändern kann.
Hin und wieder ist mir noch danach meinen Kopf gegen die Wand zu donnern, mich in reuigem Selbstmitleid zu suhlen um dann über mich selbst erbost zu sein. Manchmal hab ich eben meine Stimmungsschwankungen.
Und dann steh' ich wieder am Anfang und gehe über dieses latente Gefühl der Unzufriedenheit hinweg, das manchmal ausbricht und mich derartige Blog- Einträge verfassen lässt.
Ich weiß nicht wie 2009 wird.
Aber ich unterlasse dieses Mal alle pessimistischen Prognosen und lasse mich überraschen.
4.1.09 23:21


Did I go astray?

Wir alle haben voll Vorstellungen von der Person, die wir eines Tages sein wollen.
Von dem Haus, in dem wir wohnen werden.
Den geplanten 2 1/2 Kindern, inklusive Hund und Zweitwagen.
In meiner eigenen Vorstellung hing ich irgendwie immer in der Luft. Ich hatte meine Träume und war zufrieden damit solange die Zukunft da draußen war- weit weg und ich mich auf gewisse Dinge verlassen konnte. Auf Grundfesten meines Lebens- selbstverständliche, unerschütterliche Pfeiler.
Und genauso lief es viele Jahre. Es gab Umbrüche aber keine Einschnitte. Keine Diskontinuität. Und Veränderungen kamen langsam.
Doch irgendwie war ich vor einem Jahr woanders. Vielleicht war aber auch ich ganz einfach jemand anderes.
Ich fasse Wurzeln in einer Welt, in der ich mich zwei Jahre lang wie ein Fremdkörper fühlte. Ein leicht fehlplatzierter, wenn auch erfolgreicher Eindringling. Es hat gedauert, doch irgendwann bin ich angekommen.
Bin ich froh darüber?
Ich war es. Ich bin es. Doch es bleibt dieser Beigeschmack. Dieser dumpfe Druck in der Magengegend, wenn ich darüber nachdenke ob die Dinge so sein sollen wie sie sind oder ob ich mir schon jetzt mein Leben verbaue.
Ich bin ein komplizierter Mensch, der sich manchmal selbst nicht versteht.
Doch Weihnachten macht mich trübsinnig.
Vor einem Jahr war alles anders.
Damals gab es dich, Mistkerl.- Ich danke dir für die wertvolle Lektion und wünsche dir sonstwas für die depressive Verstimmung , die du mir beschert hast. Irgendwann werden wir bestimmt darüber lachen...

Und es gab Muffins.
Ich vermisse sie.
Sehr sogar.
17.11.08 21:24


Lost and found...

4 Wochen lang durfte ich jetzt Doktor spielen. Ich war "Emergency Room", "Grey's Anatomy" und "Scrubs" zugleich- und eigentlich war dann alles doch ganz anders: besser, stressiger und so großartig, dass ich es jetzt schon vermisse.
Anfangs regierte das Misstrauen. Die Vorstellung ab jetzt jährlich meine Ferien, bzw. zumindest einen Teil davon, in jenen nach Desinfektionsmittel duftenden Räumlichkeiten zu verbringen, war alles andere als berauschend. Unentgeltlich versteht sich.
Ich habe mich getäuscht. Selten zuvor ist mehr dermaßen bewusst gewesen, wie richtig ich mit meiner Studiumswahl gelegen bin. DAS ist es, was ich will. Vielleicht bin ich im Moment alles andere als objektiv und sehe über alle möglichen kleinen Ärgernisse bereitwillig hinweg- doch wenn einem der Abschied so schwer fällt, spricht das eigentlich für sich.
Für mein Ego war dieses Praktikum ein Traum. Täglich zu hören, wie außergewöhnlich man ist, versüßt einem die Arbeit ganz ungemein. Wenn man dann mit seinem Stehoskop ganz in Weiß die Gänge entlang spaziert und mindestens zwanzig Mal am Tag als "Frau Dr." angesprochen wird obwohl einen noch Jahre von diesem Titel trennen, will man gar nicht mehr weg.
Doch den Großteil dieser wunderbaren Wochen verdanke ich zwei Personen und nicht dem Übermaß an Schmeicheleien.
Zum einen M., der ich leider viel zu spät begegnet bin, weil die letzten zwei Jahre Uni mit ihr wesentlich unterhaltsamer gewesen wären. Unsere Insider- Jokes sind den anderen Praktikanten wohl schon etwas auf die Nerven gegangen, doch wen kümmert's. Ohne Kaffeepause war der Tag nur halb so viel wert. Unsere Spitznamen sind Klassiker- Das "Asian Girl", "Master Chief Commander" und "Mr. Aufnahme".
Und zum anderen Dr. B. oder T. (wie ihn irgendwie niemand von uns genannt hat, weil wir dann doch die respektvollere Variante gewählt haben) oder Master B., was sich bei M. und mir letztlich durchgesetzt hat.
Ich war das Glückskind schlechthin auf seiner Staion zu landen. Gäbe es mehr Ärzte wie ihn, wäre unser Gesundheitssystem wohl noch zu retten. 10 Jahre jünger hätte er wohl noch sein müssen
Aber nobody's perfect und ich werde mit den Entzugserscheinungen fertig werden müssen.
Die Ferien im nächsten Jahr sind jedenfalls verplant.
28.9.08 16:41


The big 20...

In weniger als zwei Stunden verlässt du zwar das Land, doch wann sonst soll ich so viele Glückwünsche anbringen? Ich konnte mich für die Geburtstage anderer Leute schon immer begeistern- immerhin gibt es dann einen Anlass shoppen zu gehen, Geschenke einzupacken und die Weltliteratur auf der Suche nach dem einen, einzig wahren Zitat zu durchforsten.
Heute freue ich mich einfach für dich. (und das seit Mitternacht
27.8.08 16:56


Victorian style...

Irgendwie hat's mir das 19. Jahrhundert angetan.
Und ich stehe wahnsinnig auf handgeschöpfte Bütten- was es umso bedauernswerter macht, dass heutzutage kein Mensch mehr Briefe schreibt.
24.8.08 20:45


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